Urlaub auf Sardinien, Korsika und das ATIC-Meeting in Abeto di Lutriano


Und los geht's. Sachen zusammengepackt, aufs Bike geschnallt und ab durch die Mitte. Erst mal ab auf die Bahn, aber nicht lange. Über Garmisch und den Fernpass nach Imst und dann Richtung erstes Highlight der Tour, dem Stilfser Joch. Oben ist Betrieb wie immer, aber eine kleine Rast ist drin. Weiter geht's über Bormio zum Gavia. Da wir Langschläfer und Spätlosfahrer sind, suchen wir ab Edolo eine Übernachtungsmöglichkeit und werden auch bald in einem kleinem Hotel neben der Strada fündig.

Nächster Tag, Ziel Genua. Reichlich öde kämpfen wir uns durch die Po-Ebene. Dann wird es wieder spaßig und enorm kurvig bis Genua. Wir suchen nach dem Fährterminal - beschließen noch zu einem anderen Fährhafen zu fahren um zu sehen, ob da noch eine Fähre nach Korsika geht. Angekommen in Savona, Fehlanzeige. Also wieder zurück nach Genua. Keine Fähre nach Korsika - also spontan nach Sardinien mit einer großen Fähre und über Nacht. Wir richten uns auf einem Außendeck für die Nacht ein (- die Kunst des Liegestuhlzusammenschiebens wird geübt-).

Am Morgen erreichen wir den Hafen von OLBIA. Erstes Ziel: raus aus Olbia. Zweitens: Weil es ja gleich in der Nähe ist, die Costa Smeralda ansehen. Nun ja, erst mal enttäuschend. Viele Privatgrundstücke. Wir fahren weiter Richtung Norden mit der Hoffnung auf Besserung. Wir folgen der SS125 Richtung Palau, kurz vor dem Ort am Nordrand der Insel, biegen wir links ab und folgen nun der Nordküste Richtung Westen. Die Temperatur steigt nun immer stärker an, langsam wird es Nachmittag. Wir halten bei einem kleinen Lebensmittelshop und Tina bricht wegen der Hitze fast zusammen. Wir beschließen den nächsten Campingplatz anzulaufen. Ca. 10 km später taucht in einem kleinen Wald auch schon einer auf. Zelt aufgebaut und ab an den wunderschönen Sandstrand und ein wenig schwimmen. - Herrlich!!!

Der Camping wird zum Basecamp erklärt und wir starten ein paar gemütliche Erkundungsfahrten in die Umgebung. Besonders viel Spaß macht die Strecke ALGHERO - BOSA immer schön an der Küste entlang. Zurück durch's Landesinnere über VILLANOVA MONTELEONE und ITTIRI bis SASSARI. Enorm viele Kurven und schöne Badestrände sind zu genießen.

Wir erkundigen uns, wo es denn noch schön ist auf der Insel und erhalten immer wieder als Tipp ARBATAX. Also hin da. Mit einer Tour quer durch die Insel verbringen wir den Tag, nachdem wir abgebaut haben. Die Insel wechselt alle paar Kilometer ihre Ansicht. Hochtäler und Gebirge sorgen für Abwechslung. Ein größerer Waldbrand läßt sich zum Glück noch umfahren. Die letzten 80 km führen über eine wunderschöne Straße an einem Nationalpark entlang nach Arbatax. Dort finden wir 2 Campingplätze und entscheiden uns für den fast leeren. Dort bauen wir unser Zelt unmittelbar am herrlichen Sandstrand auf. Wieder eine wunderschöne Badebucht :-) und ein neues Basecamp.

Arbatax liegt in einer Ebene. Wenige Kilometer dahinter geht es ab in die Berge. Und das Ganze ist massiv kurvig. Es macht einen Höllenspaß hier über die Straßen zu räubern. Wir sind in den folgen Tagen kreuz und quer durch die Berge gefahren. Ab und zu haben wir mal die Orientierung verloren, aber immer wieder einen Punkt gefunden, von dem aus wir wieder unsere Richtung hatten. Ein altes verlassenes Bergwerk lädt zur Besichtigung ein, dahinter gibt es ca. 10km Sand- und Schotterpiste. Hier merkten wir, dass mein teures Technoflex-Federbein mal wieder stark nachläßt und beschlossen unsere Off-Road-Touren zu minimieren (Tina's Rücken zuliebe).

Wir beschlossen uns den Rest von Sardinien für das nächste Mal aufzuheben und fuhren wieder Richtung Norden, um nach Korsika äberzusetzen. Dies taten wir von Santa Teresa di Gallura/Saremar aus und landeten in Bonifacio. Etwas außerhalb des wunderschönen Ortes fanden wir einen gemütlichen Campingplatz, der mal wieder als Ausgangspunkt für die Erkundung der Gegend diente. In den folgenden 2 Tagen fuhren wir die Umgebung ab. Praktisch den ganzen Südzipfel von Korsika. Die Badebuchten wurden immer besser und dementsprechend genützt.

Entlang der wunderschönen Küstenstraße auf der Westseite der Insel fuhren wir weiter Richtung Norden. Gegen Abend erreichten wir Ajaccio. Da wir keinen Bock auf Stadt hatten, fuhren wir noch ein Stück weiter und entdeckten einen Camping an einer tollen Badebucht (was sonst! :-)). In dieser konnten wir mehrere hundert Meter ins Meer laufen, ohne zu ertrinken. Das Wasser war herrlich warm und klar. Einige kleine Fische waren genauso neugierig wie ich. In der Umgebung befinden sich die höchsten Berge auf Korsika und natürlich viele kurvenreiche Strecken. Diese haben wir ausführlich getestet und abgefahren.

Am nächsten Nachmittag dann Tina's Highlight. Ein Besuch im Schildkrötendorf A Cupulatta in der Nähe von Ajaccio. Für mich sehr reizvoll eine längere Tour durch die Berge über Evisa, Corte, durch eine superschöne Schlucht zum Monte Rotondo und zurück über Bocognano. ähnlich gut eine Tour auf der anderen Seite der zentralen Straße von Ajaccio nach Corteüber Santa-Maria-Sicché, Cozzano und Ghisoni.

Und wieder weiter. Immer an der Küste entlang Richtung Norden. Ab Calvi fingen wir langsam an einen Campingplatz zu suchen. Aber wie das so ist, einer geht noch, und so haben wir gleich noch das Cap Corse abgefahren. Am nördlichen Ende schließlich noch einen Campingplatz bei Anbruch der Abenddämmerung gefunden. Den nächsten Tag für einen kleinen Ausflug nach Bastia und einen Badewannentest in der Nähe unseres Campingplatzes genutzt. Ein letzter größerer Ausflug entlang der Ostküste brachte uns noch in die Castagniccia genannte Gegend, mit einer alten Mineralwasserfabrik und sehr schönen Ausblicken von den Bergen im Hinterland.

Schließlich rollten wir wieder nach Bastia zu unserer letzten großen Fährüberfahrt nach Livorno, wo wir ohne einen Delfin zu sehen 8 Std. später von der Fähre rollten. In der Nähe von Livorno kamen wir wieder auf einem Campingplatz unter. Dieser hatte die meisten Verbotsschilder, die ich jemals auf einem Camping gesehen habe. Na ja, war ja nur für eine Nacht. Am nächsten Tag machten wir uns auf zum ATIC-Meeting in Abeto di Lutriano in der Nähe von Marradi, natürlich nicht ohne in PISA den schiefen Turm zu besuchen (der war gar nicht so einfach zu finden, wenn man der sehr italienischen Beschilderung folgt :-)).

In Marradi angekommen, trafen wir uns erst einmal mit Beppe, der dieses Meeting organisierte. Die anderen sollten erst ein paar Tage später eintreffen, so daß wir die Gelegenheit hatten, die Gegend in Ruhe zu erkunden. Durch die Emilia-Romagna und die Toscana fuhren wir die nächsten Tage einige wunderschöne Touren in einer grandiosen Landschaft. Wir entdeckten den wahrscheinlich kleinsten Vulkan der Welt (eine brennende Gasflamme auf einem Acker) und fanden sehr versteckt liegende, aber hervorragende kleine Restaurants (Dank der Hilfe von Beppe). Auf dem Bauernhof, auf dem das Meeting stattfand, bestand die Möglichkeit, Reitausflüge zu unternehmen. Das nutzte Tina jeden Tag mit wachsender Begeisterung. Auch einige andere der harten Biker schlossen sich Tina an. Ride me like a Pony war der Spruch des Meetings und ich wusste, wozu ich Tina's Reitausrüstung auf dem Bike den ganzen Urlaub mitgeschleppt hatte. ;-).

Jedes ATIC-Meeting geht einmal zu Ende und so ging es bei Bologna auf die Autobahn. 80 km später kam dann der erste richtige Regen in diesem Urlaub. 10 km später waren wir bereits klatschnass. Zwischen Verona und dem Gardasee hörte der Regen dann wieder auf und bis Sterzing blieben wir noch auf der Autobahn. Über den Brenner nach Innsbruck ging es dann Mautfrei weiter und schließlich waren wir am Abend leicht durchgefroren und noch nass wieder zuhause.